Piraten-Partei: Geschäftsführer Ponader will zurücktreten

7. März 2013 - 10:50 - keine Kommentare

Johannes Ponader, Geschäftsführer bei der Piraten-Partei, hat seinen Rücktritt angekündigt. Der als umstritten und im Vorstand isoliert geltende Politiker hatte vielfach negative Schlagzeilen gemacht und zuletzt den Rücktritt des gesamten Vorstands gefordert, um eine Neupositionierung der Partei möglich zu machen.

In den vergangenen Wochen wurden die Rufe nach einem Rücktritt von Johannes Ponader von seinem Posten als Geschäftsführer im Bundesvorstand der Piraten lauter, nun hat sich der 36-jährige Politiker dazu entschlossen, seine Ämter im Zuge des Parteitages im Mai 2013 niederzulegen, wenn der Vorstand die Dauer des Parteitages auf drei Tage verlängert und die seit Herbst fehlenden Vorstandsstellen neu besetzt. Bis zu diesem Zeitpunkt würde er sein Amt ruhen lassen, verkündete der vor allem durch die Diskussion um seinen Hartz-IV-Bezug neben seinem Parteiamt bekannt gewordene Politiker während einer öffentlichen Vorstandssitzung am 06. März 2013.

Rücktritt: Piraten-Vorstand Ponader geht im Mai

Die Piraten befinden sich seit geraumer Zeit in einem schlechten Zustand: Interne Streitigkeiten vergrätzen die Basis, politisches Engagement wird nicht goutiert, die haushohe Niederlage in Niedersachsen wird als Anzeichen für den Reiz-Schwund der Partei angesehen, im Herbst gingen bereits zwei Vorstandsmitglieder und die Positionierung zur Bundestagswahl ist nicht klar – nicht zuletzt auch, da Johannes Ponader weder bei den Piraten-Wählern noch bei seinen Vorstandskollegen mit seinen Vorstellungen über die Richtung seiner Partei Einigkeit erzielt.

Als Lösung hatte er vorgeschlagen, nicht nur die beiden vakanten Vorstandsposten, sondern den gesamten Vorstand neu zu besetzen – sein Amt würde nur zur Verfügung stehen, wenn auch die restlichen Mitglieder gingen. Damit solle es ermöglicht werden, über eine neuerliche Aufstellung der Piraten nachzudenken, durch die an alte Erfolge angeknüpft werden könnte. Seiner Forderung kam der Vorstand nicht nach, doch nun geht Johannes Ponader, wie er in seinem Blog schreibt, um die „Konflikte im Vorstand“ zu „entspannen“.

Umstrittener Geschäftsführer: Rücktritt nach einem Jahr Amtszeit

Johannes Ponader wird bei seinem Rücktritt gerade einmal ein Jahr den Posten als Geschäftsführer des Vorstands der Piraten-Partei innehaben, den er im April 2012 von Marina Weisbrand übernahm. In der kurzen Zeit fiel er insbesondere durch den „Skandal“ um seinen Bezug von Arbeitslosengeld II neben seiner ehrenamtlichen Tätigkeit für die Piraten und seinen Dauerstreit mit dem Vorstandsvorsitzenden Bernd Schlömer auf. Dieser dankte nun Ponader für seine Arbeit und hofft nun auf ein Ende der Beschäftigung der Piraten-Partei mit sich selbst, anstelle der politischen Inhalte.

Bild:Johannes Ponader von ubiquit23, CC BY – bearbeitet von borlife.

 
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