Rente in Deutschland: Umfrage offenbart pessimistische Aussichten

18. Februar 2013 - 10:23 - 2 Kommentare

Das Infas Institut für angewandte Sozialwissenschaft hat eine Umfrage zur Erwartung deutscher Arbeitnehmer zur Rente durchgeführt, deren Ergebnis sich pessimistisch ausnimmt: Mehr als die Hälfte der Befragten rechnen demnach mit einem späterem Eintritt ins Rentenalter bei gleichzeitig abnehmenden Rentenzahlungen.

Die Rente mit 69 Jahren scheint von einem Großteil der Arbeitnehmer in Deutschland als wahrscheinliches Szenario innerhalb der nächsten 20 Jahre angenommen zu werden: Eine Infas-Umfrage hat ermittelt, dass 52 Prozent der Befragten sich auf dieses Rentenalter einstellen, wenn sie auch für sich selbst ein Renteneintrittsalter von 63 Jahren bevorzugen würden. Im Auftrag der Bertelsmann Stiftung wurden vom Institut für angewandte Sozialwissenschaft mehr als eintausend Personen befragt – der Pessimismus im Ausblick auf die Rente bei mehr als der Hälfte der Befragten spiegelt sich auch in den Meinungen zum Rentenniveau und zur Mitgliedschaft von Selbständigen in der gesetzlichen Rentenversicherung.

Infas-Umfrage: Arbeitnehmer befürchten Rente mit 69

So haben sich 53 Prozent dafür ausgesprochen, das aktuelle Rentenniveau beizubehalten, während sogar 80 Prozent darauf plädierten, Selbständige in die gesetzliche Rentenversicherung aufzunehmen. Weitere 87 Prozent empfanden auch eine Aufstockung der Rente bei Geringverdienern als prinzipiell gerechtfertigt. Einigkeit gibt es auch bei den Fragen zur privaten Altersversorgung und zur betrieblichen Alterssicherung: Mehr als die Hälfte der befragten Personengruppen ist gegen eine Pflicht zur zusätzlichen Privatvorsorge für das Alter bei gleichzeitiger Befürwortung der ergänzenden betrieblichen.

Höhere Beitragssätze zur Rente werden von immerhin 15 Prozent in der Infas-Umfrage abgelehnt, 29 Prozent sind auch gegen die Anhebung des Eintrittsalters. Aart de Geus, seit August 2012 Vorsitzender des Vorstands der auftraggebenden Bertelsmann Stiftung, beschreibt in diesem Zusammenhang die Schwierigkeiten der Arbeitnehmer, die seiner Ansicht nach erkennen, länger arbeiten zu müssen, sich aber dieser Aufgabe durch gesteigerte Berufsbelastungen nicht unbedingt stellen können.

Pessimistische Aussichten: Weniger Rente im Alter

Bis zum Jahr 2029 soll das Rentenalter von 65 bis 67 Jahre in Schritten angehoben werden, die deutschen Arbeitnehmer sehen sich also mit längeren Arbeitszeiten in Bezug zu steigenden Lebenserwartungen konfrontiert. Gemäß Volkswirt Wolfgang Franz soll das Eintrittsalter jedoch noch weiter steigen – und wie die Umfrage der Infas zeigt, sind die Aussichten für Arbeitnehmer im Bezug zum Umfang der Rente ebenfalls nicht rosig. Prinzipiell haben sich die Befragten allerdings für die Rente als solidarisches Mittel zur Altersversorgung ausgesprochen.

Bild:Rentner von garryknight, CC BY – bearbeitet von borlife.

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Kommentare zu Rente in Deutschland: Umfrage offenbart pessimistische Aussichten

Zu diesem Beitrag gibt es 2 Kommentare.

von Walter am 11. März 2013 - 08:07 Uhr

Sollte wirklich unter Politikern entschieden werden irgenwann, daß die Rente
mit 69 kommt, empfehle ich, die Verantworlichen zur Rechenschaft zu ziehen, mit allen Mitteln die zur Verfügung stehen.
Unsere amtierende politische Spitze ist eh bewiesener Maßsen ein Bürgerhassendes, Kapitalismusfröhnendes, kriminelles Gesocks.
Sollte jemals, auch nur ein Politiker mit der Diskussion Rente mit 69 in der Öffentlichkeit auftreten, umgehend mit jeglichen zur Vertfügung stehenden Massnahmen bestrafen, aufs härteste.
Ich hoffe, bevor das Volk vor Wut explodieren wird, das unsere Politiker ausgetauscht werden,.

von Thomas am 11. März 2013 - 14:58 Uhr

Die Rente wird der durschnittlichen Lebenserwartung angepaßt, und der Rentenbeitrag auf Null gesenkt (*nur für den Arbeitgeber).
Wer später stirbt, bekommt eine Pille, wenns Geld alle ist….

Ein System, das beste der Welt; erkämpft von Sozialdemokraten vor 120 Jahren und zerstört durch Sozialdemokraten.
Herzlichen Glückwunsch auch für die vielen geschaffenen Mini-Jobs, die in Mitteldeutschland Ganztagesjobs sind (bei Stundenlöhnen um 5€ muß ich 40h arbeiten für 400€). Diese entlasten natürlich auch die Rentenkasse.

Zu Tode arbeiten soll er sich,… kommt mir bekannt vor.

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