Wie gut ist Billig-Bio? Dokumentarfilm im ZDF

12. Februar 2013 - 18:30 - 6 Kommentare

Die ZDF Dokumentation „Wie gut ist Billig-Bio?“ wendet sich preiswerten Produkten aus dem Supermarkt zu, untersucht ihre Herkunft und ihre Zusammensetzungen und besucht Produktionsstätten. Sternekoch Nelson Müller muss dann entscheiden, ob die Lebensmittel geschmacklich mit teureren Varianten mithalten können.

Fernseh- und Sternekoch Nelson Müller widmet sich in der Dokumentation „Wie gut ist Billig-Bio?“ von Thomas Lischak im ZDF der Frage, ob das Supermarkt-Label wirklich hält, was es verspricht. Hierzu kocht er verschiedene Varianten, während das Dokumentarteam Bio-Bauernhöfe und -Fabriken besucht und die Nahrungsmittel auch von Lebensmittelchemikern untersuchen lässt. Die Ergebnisse werden den Vorstellungen über Bio-Produkte gegenübergestellt, nach Anbau und Aufzucht bewertet und einem Geschmackstest unterzogen.

ZDF Dokumentation: Wie gut ist Billig-Bio?

Bio-Lebensmittel genießen wachsenden Zuspruch in der Bevölkerung: Möglichst natürlich und unbelastet sollen sie sein, schmackhaft und aus umweltverträglichem Anbau, während der Einkaufspreis ebenfalls eine nicht zu unterschätzende Rolle spielt. Denn mittlerweile bekommen Kundenim Supermarkt Bio-Produkte zum gleichen Preis wie konventionelle Waren aus Massenproduktion. Koch Nelson Müller fasst daher treffend zusammen, dass er auch von Bio-Nahrung aus dem Supermarkt erwartet, gleiche oder ähnliche Qualität aufzuweisen, wie im Bio-Markt – zumindest aber sollten die Produkte besser sein, als das restliche Warenangebot.

Und diese Einstellung teilt der Sternekoch mit den meisten Einkäufern in den Marktketten: Die genauen Standards der EU-Richtlinien sind zwar nicht jedem bekannt, aber Ansprüche an die gekauften Waren werden durch die Vorstellungen der 5 Kategorien Geschmack, Ökobilanz, Tierhaltung, Gesundheit und Preis bestimmt, die sich auch die Dokumentation vornimmt.

Dabei werden erstaunliche Fakten präsentiert: Im Supermarkt erfüllen manche Produkte nur den Mindeststandard der EU-Richtlinien, andere hingegen liegen sogar weit darüber. Manche Bauern verkaufen ihre Waren sowohl an Bio-Märkte als auch an Marktketten, während sich für den Verbraucher eigentlich nur der Preis ändert. Bio-Obst kann unter Umständen nicht sichtbare Schimmelspuren enthalten, da es unbehandelt in den Laden kommt.

Fernsehkoch Nelson Müller testet Bio-Lebensmittel

Auf der Gesundheitsebene kommt die Dokumentation von Thomas Lischak zu dem Punkt, dass eine ausgewogene Ernährung mehr bringen kann, als eine reine Bio-Kost. Dafür kann man sich sicher sein, dass vor allem bei Fleischprodukten, die Tiere von Bio-Bauernhöfen artgerecht gehalten ebenfalls nur mit Bio-Futter gemästet werden.

Nelson Müller – seit 2011 im Guide Michelin vertreten – macht mit seinen Gästen zum Abschluss den Test: Er kocht ein Menü zweimal, mit konventionellen Produkten und mit Bio-Lebensmitteln. Ob bei der Verköstigung klar wird, welche Speise woher kommt, kann man am 12. Februar 2013 um 20.15 Uhr im ZDF sehen. Der Dokumentarfilm kann auch in der Mediathek des Senders abgerufen werden.

Bild: Bio-Gemüse von bloggyboulga, CC BY – bearbeitet von borlife.

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Kommentare zu Wie gut ist Billig-Bio? Dokumentarfilm im ZDF

Zu diesem Beitrag gibt es 6 Kommentare.

von Klaus Weber am 12. Februar 2013 - 21:02 Uhr

mich interesiert nur die Tierhaltung.!!!

wie heißt der Hof mit den gezeigten Schweinen ?

von Norbert Schäfer am 12. Februar 2013 - 21:05 Uhr

Ich bin großer Bio-Anhänger. Ihr Test allerdings ist unfassbarer Blödsinn. Da werden süße Äpfel mit sauren verglichen und Äpfel aus Deutschland mit welchen aus Südafrika. Aus Einzelprodukten werden zudem Rückschlüsse auf gesamte Märkte getätigt. Diese Sendung hätte man sich sparen können. Ein Tipp: Vergleichen Sie doch beim nächsten Mal Bio-Äpfel mit konventionellen Birnen. – um das Niveau aufrecht zu erhalten.

von Alfons Vilser am 12. Februar 2013 - 21:17 Uhr

Ich halte es für nicht richtig, die Ökobilanz auf den C02-Austoß zu reduzieren. Sie vergessen dabei, das in der biologischen Landwirtschaft keine Herbizide, Pestizide oder Insektizide erlaubt sind und das halte ich schon für die nachhaltigere Landwirtschaft. Da haben Sie ein wichtiges Argument einfach weggelassen!
Und die Aussage im Sommer hätten Überseeäpfel eine bessere Co2-Billanz ist so nicht richtig. Ab Ende Juli gibt es überall in Deutschland bereits Äpfel aus der neuen Ernte oder rechnen Sie den August nicht mehr zum Sommer.
Schön wär auch der Hinweis gewesen, das im BioAnbau die Sortenvielfalt und damit Geschmacksvielfalt (noch) eine viel größere ist.

von Stefan Roth am 13. Februar 2013 - 00:03 Uhr

Haben uns diese Sendung auch angetan. Es schmerzt, dass dieser Schwachsinn mit meinen Gebühren fabriziert wird. Wem das Wohl von Hühnern, Schweinen und Kühen am Herzen liegt, … lässt sie am Leben. Den anderen Kommentaren stimme ich zu. Hier wurden Äpfel mit Birnen verglichen. Sehr viele wichtige Faktoren wurden außer Acht gelassen. Und am schlimmsten finde ich, dass die erzeugten “Forschungsergebnisse” in Inhalt und Aussage zurechtgebogen wurden. Ich vermute, das Fazit der Sendung stand schon vor der Aufzeichnung fest. Und das bei öffentlich-rechtlichen …

von Uwe Schletterer am 13. Februar 2013 - 12:40 Uhr

Ich finde es bemerkenswert gerade den Vitamin C- Gehalt von Äpfel als Beispiel heranzuziehen, diese sind ja bekannt als C-Bomben, was für ein Blödsinn.
Ich hätte mir noch gewünscht dass neben der Massentierhaltung auch noch die Massentiertransporte erwähnt und gezeigt worden wären. Denn nicht nur Billigobst wird um die halbe Welt gekarrt.

von Nicole am 15. Februar 2013 - 08:27 Uhr

Diese Reportage vermittelt Leuten das Bio vom Discounter etwas gutes sei und was noch schlimmer ist das “Bio-Tiere” ein gutes Leben haben.
Artgerecht ist nur die Freiheit, die Aussage des Tierarztes auf dem Bio Schweine Hof auf die Frage: “Sind diese Schweine glücklich?” Antwort: “Wir sind hier nicht bei Walt Disney” Das suggeriert dem Verbraucher das Schweine nicht in der Lage sind zu fühlen oder glücklich zu sein, das ist aber falsch! Und so geht der Verbraucher heute zum Discounter und kauft Bio Schweine Fleisch mit ruhigem Gewissen, in dem Glauben den Schweinen ging es gut. Auch ist mir aufgefallen das man bei dem Bio Bauern verhältnismäßig wenig Schweine sah, ich glaube nicht das der Bauer seinen Lebensunterhalt mit so wenig Schweinen verdienen kann. Aber man konnte ja nur ein paar filmen damit es “gut” aussieht. Weiterhin wird verdeutlich das Bio Obst und Gemüse kein Unteschied bezogen auf Qualität mit “normalen” Obst und Gemüse hat. Das ein Bio Anbau wesentlich besser für die Umwelt ist wird dabei einfach unter den Teppich gekehrt. Fazit: Gute Idee leider schlechte Umsetzung und so wird die Menschheit weiterhin Lebensmittel einkaufen gehen in dem Glauben Ihr Einkauf hätte keine negative Auswirkung auf Umwelt etc.

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