Reallöhne steigen 2012 nur geringfügig

7. Februar 2013 - 13:20 - keine Kommentare

Die Reallöhne sind laut den Berechnungen des Statistischen Bundesamtes in Wiesbaden im vergangenen Jahr um 0,6 Prozent angestiegen – zum dritten Mal in Folge können Arbeitnehmer also ein ausgesprochen geringes Plus verbuchen. Die Tariflöhne sind 2012 um 0,7 Prozent gestiegen.

Der nominale Anzug der Reallöhne und der Tariflöhne lag 2012 bei 2,6 und 2,7 Prozent, wie das Wiesbadener Bundesamt für Statistik bekannt gab. Werden diese Zahlen um die Lebenshaltungskosten und deren Anstieg bereinigt, ergeben sich nach Abzug von jeweils 2 Prozent die tatsächlichen Durchschnittsanstiege von 0,6 und 0,7 Prozent – in den vergangenen Bemessungszeiträumen waren es noch 1,5 Prozent (2010) und 1 Prozent (2011). Dennoch seien die Löhne nun schon im dritten Jahr hintereinander angestiegen, hieß es von den Statistikern.

Statistisches Bundesamt: Reallöhne steigen um 0,6 Prozent

Einer Studie des Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichen Institut in der Hans-Böckler-Stiftung (WSI) zufolge sind im Jahr 2012 die Löhne zudem mehr gewachsen, als man es bei den Preisen erkennen konnte: 2 Prozent seien zu den Verbraucherpreisen hinzugekommen, die Effektivlöhne werden nach Abzug dieser Zahl ermittelt. Jedoch selbst wenn die Reallöhne nach Abzug der Lebenshaltungskosten und unter Berücksichtigung der Inflation mit 0,6 Prozent ein schwaches Plus verbuchen können, rechnet sich damit nicht unbedingt mehr Geld in den Taschen der Arbeitnehmer aus.

Denn abgesehen von den Erhöhungen bei Strompreisen und anderen Faktoren, können die durchschnittlichen 0,6 Prozent nur bei wirklichen Spitzengehältern etwas ausmachen: Wenn man ein Durchschnittsnettogehalt von 1.800 Euro ansetzt, bleiben 10,80 Euro mehr – die Vermutung, damit die Wirtschaft und das Konsumklima anzukurbeln darf also als unwahrscheinlich gelten.

Löhne stiegen 2012 mehr als Verbraucherpreise

Das Statistische Bundesamt (Destatis) hat beim Anstieg der Nominallöhne eine Steigerung im Laufe des Jahres festgestellt: Im ersten Quartal 2012 wurden 2,1 Prozent Wachstum errechnet, im vierten Quartal waren es 3,2. Zu Beginn des Bemessungszeitraums waren auch die Reallöhne auf dem Niveau des Vorjahres, da sich die Verbraucherpreise gleich zu den Nominallöhnen entwickelten – im weiteren Jahr stiegen die Löhne jedoch in höherem Maße als die Preise, so dass sich das Wachstum der Reallöhne im letzten Quartal des vergangenen Jahres auf 1,2 Prozent erhöhte.

Die vorläufigen Zahlen des Statistischen Bundesamtes werden im März durch noch genauere Ermittlungen und weitere Abschnitte ergänzt.

Bild:Industrie von tyo., CC BY – bearbeitet von borlife.

 
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