We love Sölden auf Pro7: Scripted Reality und Aprés-Ski

31. Januar 2013 - 21:00 - 1 Kommentar

„We love Sölden“ macht im Winterurlaub dort weiter, wo „We love Lloret“ im Sommer aufhörte: Die neun Partygänger treffen sich in Tirol, um dort die persönliche Promillegrenze neu zu stecken, den Aprés-Ski zu erleben und Bekanntschaften zu machen.

Im Sommer ging es in „We love Lloret“ ab in den Süden, nun soll die Party auch im Winter weitergehen: Die Party-Truppe aus dem Ruhrpott wird nun in „We love Sölden“ die Tiroler Bergwelt unsicher machen, sich Alkoholexzessen hingeben und für peinliche Momente bei den Hüttengaudis sorgen. Offenbar war das Sommer-Format erfolgreich genug und die Winter-Ausgabe ausreichend billig zu produzieren, weswegen nun die armen österreichischen Nachbarn dran glauben müssen – zum Glück nur vier Folgen lang und nicht sechs, wie es noch im Spanien-Urlaub der Fall war.

We love Sölden: Exzesse im Skiurlaub

Tatsächlich gibt es nicht übertrieben viel mehr zu dem intellektarmen Urlaubsvideo zu sagen: Jerôme, Bauer, Ling-Ling, Emilio, Lory Glory, dem Polen, Leo, Maikiboy und Gee, die sich auch gerne einmal kollektiv ausziehen und ablichten lassen, wenn sie nicht zur Partymucke gröhlen, ziehen durch das verschneite Skigebiet, versucht sich rudimentär am Wintersport und säuft sich ansonsten die letzte verbleibende Hirnzelle weg, da sich die offenkundig seit „We love Lloret“ so alleine gefühlt hat.

Unter dem Begriff „Scripted Reality“ lassen sich auch Shows wie „We love Sölden“ zusammenfassen: Mit grober Geschichtsskizze werden Laiendarsteller in Situationen geworfen, die sie mehr oder minder in Eigenregie weiterführen, der redaktionelle Kommentar und der Schnitt sorgen dann im Nachhinein für so etwas ähnliches wie einen Spannungsbogen. Hier dürfen sich die jungen Leute nach Herzenslust daneben benehmen und je absurder ihr Verhalten und je uninformierter ihre Aussagen sind, um so besser verkauft sich das Format, wie die Zuschauergunst auch durch Beifallsbekundungen auf Facebook nahelegt.

Getarnt wird das alles als „Doku“ oder durch muntere Geräusche und Grafik-Einspieler als Parodie. Dem Sender Pro7 oder gar den sogenannten „Darstellern“ für all das Elend die Schuld zu geben, wäre allerdings nicht fair: Erfolgreiche US-Formate wie „Jersey Shore“ oder vor vielen Jahren die „Real World“ Reihe haben bereits vorgemacht, wie es gehen kann – mit minimalem Aufwand und unter Abarbeiten jeglicher greifbarer Klischees lässt sich gut Quote machen.

Party auf Pro7 in der Lloret-Fortsetzung

Mit der neuen Programm-Aufstellung am Donnerstag versucht der Münchner Sender offenbar zu polarisieren auf Teufel komm’ raus: Zunächst läuft „Beauty & The Nerd“ und ab 22.30 Uhr dann vier Mal „We love Sölden“ – klischeebeladener kann man sich die Abendgestaltung kaum vorstellen. Was den Sender allerdings dazu treibt, nach Shows wie „The Voice of Germany“, die sowohl von den Zuschauern als auch von den Kritikern gelobt wurden, nun in den Gefilden von RTL2 zu fischen, kann nicht so ohne Weiteres beantwortet werden. Ab dem 31. Januar 2013 hat der Trash-Faktor wieder Hochkonjunktur.

Bild: Sölden von Leo-setä, CC BY – bearbeitet von borlife.

 
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Kommentare zu We love Sölden auf Pro7: Scripted Reality und Aprés-Ski

Zu diesem Beitrag gibt es 1 Kommentar.

von Charly am 1. Februar 2013 - 14:25 Uhr

Nur für junge Zuschauer die total auf Party stehen. Fraghe mich nur wo bekommen die immer diese typen her. Nichts im kopf.

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