Rangliste der Pressefreiheit 2012: Reporter ohne Grenzen untersuchen 179 Länder

30. Januar 2013 - 10:59 - keine Kommentare

Die Organisation „Reporter ohne Grenzen“ hat 179 Länder der Erde nach den Bedingungen für Journalisten untersucht und Anfang 2013 ihren Bericht für das vergangene Jahr in der „Rangliste der Pressefreiheit 2012“ veröffentlicht – Deutschland befindet sich auf Platz 17.

Seit 1985 setzt sich „Reporter ohne Grenzen“ (auf Französisch „Reporters sans frontières“, RSF, beziehungsweise ROG) für die Erhaltung der Pressefreiheit ein und gegen die Zensur und Infhaftierung von Journalisten. In diesem Zusammenhang werden auch regelmäßig die Entwicklungen in 179 Ländern beobachtet und in einem Jahresbericht veröffentlicht. Die „Rangliste der Pressefreiheit 2012“ zeigt dabei, dass Journalisten weiterhin in den arabischen Ländern, in Afrika, Russland und in Nordkorea mit massiven Einschränkungen bis hin zu aktiven Gefahren zu kämpfen haben.

Pressefreiheit: Deutschland auf Platz 17 der Rangliste

Angeführt wird die Rangliste für das vergangene Jahr wie meistens von den Ländern Nordeuropas und den Benelux-Staaten: Finnland ist auf Platz 1, die Niederlande auf Platz 2, Norwegen ist Dritter und Luxemburg Vierter – Deutschland folgt erst auf Platz 17 und ist damit um eine Position abgerutscht. Die Erklärung für diesen leichten Abfall der Pressefreiheit wird von ROG zum einen auf den Wegfall etlicher Publikationen und andererseits durch die Zusammenlegung mehrerer Redaktionen zu einer, die gleichzeitig für viele Zeitungen zuständig ist, zurückgeführt. Auch die überschaubare Menge von Verlagshäusern wird als Einschränkung gesehen.

Ebenso wird bemängelt, dass es für Journalisten schwieriger geworden sei, Informationen von offiziellen Stellen zu erhalten, während sich Inhalte häufen würden, bei denen für Leser nicht klar erkennbar wäre, ob sie von Unternehmen platziert wurden. Die gesetzliche Regelung des Schutzes von Journalisten vor Durchsuchungen, die im letzten Jahr beschlossen wurde, hob ROG jedoch positiv hervor. Dabei beobachtete die Organisation allerdings auch eine Zunahme der Drohungen gegen Reporter durch radikale Islamisten und Rechte.

Gegen Zensur und für Journalisten: Reporter ohne Grenzen

Besondere Aufmerksamkeit richtet die zur Rangliste gehörende Mitteilung auch auf die südeuropäischen Länder: In Italien (Platz 57) sei erst beim zweiten Anlauf ein Gesetz abgelehnt worden, durch das Reporter eine Gefängnisstrafe bei Verleumdung gedroht hätte, im Gegensatz zu allen anderen Personengruppen. In Griechenland (Platz 84) würden Extremisten Journalisten angreifen und in der Türkei (Platz 154) säßen mehr von ihnen im Gefängnis als seit 1983 beobachtet wurde.

Vor Deutschland befinden sich in der Auflistung Österreich (12), die Schweiz (14) und Tschechien (16), etwas weiter danach kommen Australien (26), Großbritannien (29), die USA (32) und Frankreich (37). Die Schlusslichter der „Rangliste der Pressefreiheit 2012“ bilden auf den Plätzen 173 bis 179 China, der Iran, Somalia, Syrien, Turkmenistan, Nordkorea und Eritrea.

Bild: Pressefreiheit von barockschloss, CC BY – bearbeitet von borlife.

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