Unruhen in Ägypten: Mursi ruft Ausnahmezustand aus und verhängt Ausgangssperre

28. Januar 2013 - 10:51 - keine Kommentare

Ägyptens Präsident Mohammed Mursi reagierte auf die seit Tagen andauernden Ausschreitungen und rief den Ausnahmezustand aus. Zudem verhängte er eine 30-tägige Ausgangssperre in den drei Städten Suez, Port Said und Ismailia, die als besonders stark von den landesweiten Unruhen betroffen gelten.

Am vergangenen Wochenende eskalierten erneut Demonstrationen in Ägypten zum zweiten Jahrestag des Arabischen Frühlings, an dessen Ende der Rücktritt des ehemaligen Staatspräsidenten Husni Mubarak stand: Als Auslöser gilt die Bekanntmachung der Verurteilung von 21 Fußballfans zum Tode. Bereits am Freitag war es zu Ausschreitungen gekommen, die zu mehreren Verletzten führten. Am Samstag war für sie ein Trauermarsch angesetzt, der nach der Meldung der Todesurteile wiederum zu Straßenschlachten führte. 31 Personen sollen dabei getötet worden sein – Präsident Mohammed Mursi kündigte in einer Fernsehansprache den Ausnahmezustand an.

Ägypten: Ausschreitungen führen zu 31 Toten

Des Weiteren wurde durch den Präsidenten eine Ausgangssperre nachts zwischen 21 Uhr und 6 Uhr verhängt, die für die kommenden 30 Tage gelten soll. Während es in etlichen ägyptischen Städten zu Unruhen kam, wurde die Armee nach Port Said, Suez und Ismailia entsandt: In Port Said, wo sich die für 74 Menschen tödlich endenden Krawalle zwischen Anhängern zweier Fußballklubs vor etwa einem Jahr ereigneten, versuchten Demonstranten die Freilassung der verurteilten Fußballfans zu erwirken, versammelten sich vor dem Gefängnis und stürmten das Gouverneursbüro.

Die Polizei zog sich zurück, nachdem die Ausschreitungen überhand nahmen. 400 Verletzte wurden am Wochenende gezählt, auch wurde von mindestens 25 sexuellen Übergriffen gegen Frauen in Kairo berichtet. Die am Sonntagabend ausgestrahlte Ansprache, in der sich der Präsident zu den Notmaßnahmen äußerte, führte zu neuerlichen Krawallen, für Montag werden weitere Demonstrationen erwartet und Teile der Opposition wollen sich gegen das Ausgangsverbot widersetzen.

Mursi verhängt Ausgangssperre in Port Said, Suez und Ismailia

Die Opposition in Ägypten macht Präsident Mursi direkt verantwortlich für die Eskalation der Ausschreitungen aufgrund der harten Maßnahmen der Polizei – die Regierung ihrerseits schiebt die Schuld auf ihre politischen Gegenüber, die mit Boykott der Wahlen drohten, sollten geforderte Reformen nicht durchgeführt werden. Präsident Mohammed Mursi hat eine Auslandsreise nach Äthiopien abgesagt und will sich mit den Oppositionsführern am Montag treffen. Am Mittwoch wird er für einen Staatsbesuch in Deutschland erwartet.

Bild:Unruhen in Ägypten von RamyRaoof, CC BY – bearbeitet von borlife.

 
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