Dispo-Zinsen: Steinbrück spricht sich für Höchstsatz aus

17. Januar 2013 - 11:55 - 1 Kommentar

Peer Steinbrück, stellvertretender Vorsitzender und Kanzlerkandidat der SPD, hat sich gegen die hohen Dispo-Zinsen ausgesprochen, die Banken von ihren Kunden für die Gewährung eines Überziehungskredits verlangen. Er setzt sich für einen Höchstsatz ein und bezeichnete die aktuellen Zinssätze als „Wucher“.

Kanzlerkandidat Peer Steinbrück hat eine Debatte in der SPD angeregt, die sich der Höhe des Dispo-Kredits von Banken für Überziehungskredite widmen soll. Der ehemalige Finanzminister kritisierte die Praxis der Kreditinstitute, bis zu 15 Prozent auf die überzogenen Summen zu erheben, während sie selbst bei der Europäischen Zentralbank (EZB) einen Kreditzinssatz auf dem bislang niedrigsten Niveau von 0,75 Prozent erwarten könnten. In einem Positionspapier soll Steinbrück einen Höchstsatz von 8 Prozent über dem Basiszinssatz der Bundesbank (derzeit bei -0,13 Prozent) befürworten, wie die Boulevardzeitung „Bild“ herausfand.

Dispo-Zinsen: Steinbrück spricht sich für Höchstsatz aus

Die Idee eines Höchstsatzes für Dispo-Kreditzinsen ist derweil nicht neu: Schon im Oktober forderte Die Linke eine Deckelung der Dispo-Zinsen, die Regierungsparteien lehnen dies kategorisch ab. Der durchschnittliche Prozentwert liegt momentan bei 11,06. Und der Dispo-Kredit ist in der Tat eine tückische Angelegenheit: Als sehr praktisch erweist er sich, wenn man kurzfristig mehr Geld benötigt, als sich zur Zeit auf dem Konto befindet, man aber auch die Aussicht auf baldigen Ausgleich hat.

Wer sich jedoch einmal so tief in den oftmals exorbitant hohen Dispo-Betrag begeben hat, wird über reguläre Einnahmen ihn nicht so bald ausgleichen können. Währenddessen finanzieren sich Banken nicht unwesentlich über die hohen Zinssätze ihrer Privatkunden, die zusätzlichen Zinskosten helfen ebenfalls nicht dabei, aus dem Kredittief zu gelangen.

SPD im Wahlkampf: Prozente sinken in Umfragen

SPD-Kanzlerkandidat Steinbrück befindet sich bereits im vollen Wahlkampf-Modus und hat dabei einiges an Boden aufzuholen: In den letzten Umfragen fiel seine Partei auf 23 Prozent der möglichen Wählerstimmen zurück, er selbst musste sich mit 18 Prozent begnügen. Sowohl die Diskussionen um seine Honorareinnahmen als geladener Redner und über das Kanzlergehalt als auch kleinere Peinlichkeiten haben dem Spitzenkandidaten in der ersten Runde vor der Bundestagswahl 2013 kein Glück gebracht. Der SPD-Fraktionsvorsitzende und ehemalige Kanzlerkandidat Frank-Walter Steinmeier hält jedoch an der Nominierung Steinbrücks fest – die nun angestrebte Thematisierung der Zinsen von Dispokrediten kann als Versuch angesehen werden, die soziale Einstellung der Basis zu aktivieren.

Bild:Peer Steinbrück von lukaspaslawski , CC BY – bearbeitet von borlife.

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Kommentare zu Dispo-Zinsen: Steinbrück spricht sich für Höchstsatz aus

Zu diesem Beitrag gibt es 1 Kommentar.

von Frank Becker am 17. Januar 2013 - 23:54 Uhr

Das f#ällt dem Herrn aber früh ein.

Er selbst bekommt ja immer noch genug Habenzinsen bei über einer Millino €
Einnahmen aus seinen “Nebentätigkeiten.”
Wie schafft er das noch alles Abgeordneter,Kanzlerkandidat. ?

In seiner Zeit als Finanzminister hat er das Thema nie angesprochen,ist den Banken in den Anus gekrochen.

Für wie dumm hält Steinbrück die Wähler?

Ich für meinen Tel wähle lieber Mutti,obwohl ich sie auch nicht mag.
Aber SWteinbrück und seine Pseudosozigrünen mag ich noch weniger.

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