Asylbewerber in Deutschland: Zuwachs um 41 Prozent 2012

15. Januar 2013 - 11:33 - keine Kommentare

Das Bundesinnenministerium zählte im vergangenen Jahr einen Anstieg auf 64.539 Asylanträge beim Bundesamt für Migration und Flüchtlinge, wie die Tageszeitung „Die Welt“ berichtet. Neben der entfallenen Visumspflicht in einigen Ländern ist auch die unsichere Situation in Nahost für den 41-prozentigen Zuwachs.

Die Zahl der Asylbewerber ist bis Ende 2012 um 41 Prozent angestiegen: Mehr als 64.500 Anträge wurden gestellt, vor allem in der zweiten Hälfte des Jahres wurde ein Zuwachs wahrgenommen, der mittlerweile abgeebbt ist. Neben Flüchtlingen aus den umkämpften Gebieten im Nahen Osten, vornehmlich Syrien, Irak und Afghanistan, haben sich die neuen Regelungen für Visa in Mazedonien und Serbien auf die Asylanträge ausgewirkt, wie die Tageszeitung „Die Welt“ in Bezug auf das Bundesinnenministerium angibt.

Asylanträge steigen 2012 um beinahe die Hälfte

Während für Serbien und Mazedonien die Visumspflicht entfiel, erhöhte sich die Zahl der Antragsteller aus diesen beiden Ländern um 85 und um 300 Prozent. Auch aus Bosnien-Herzegowina wurden 560 Prozent mehr Asylbewerber gemessen – laut Bundesinnenminister Hans-Peter Friedrich (CSU) handele es sich bei ihnen größtenteils um „Wirtschaftsflüchtlinge“, da im zweiten Halbjahr die Zahlungen von Bargeld an Asylbewerber angehoben wurden. Auch Wolfgang Bosbach (CDU) verwies darauf, dass die Anträge „zu 99 Prozent unbegründet“ seien. Eine „asylrelevante Verfolgung“ sei vom Innenministerium in keinem Fall festgestellt worden, schreibt die „Welt“.

Schon im Dezember mutmaßte das „Handelsblatt“ einen Zuwachs von 50 Prozent bei den Anträgen der Asylbewerber und wurde in seinen Überlegungen indirekt bestätigt: Eine Sprecherin des Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge wollte sich jedoch nicht auf die angegebene Zahl von 68.000 festlegen und verwies auf die Auswertung im Januar. Nun wurde die Menge der Asylanträge relativiert und um weitere Zahlen ergänzt: 30.700 Anträge wurden abgelehnt, die Entscheidung über 45.462 Erstanträge stand zum Ende des Jahres noch aus.

Zuwachs bei Asylbewerbers aus Nahost

14,2 Prozent der Asylbewerber, fast 8.800 in Zahlen, galten als Flüchtlinge gemäß der Vorgabe der Genfer Konvention, weitere 13,5 Prozent, knapp 8.400 Antragsteller, wurden mit einem Abschiebeverbot als Schutz versehen, deren Großteil aus Syrien stammt. Die syrischen Antragsteller wuchsen um 135 Prozent im Vergleich zum Vorjahr an und jene, die aus Afghanistan stammen, wurden mit fast 7.500 Bewerbern in vergleichbarer Höhe zum Jahr 2011 gemessen.

Mit einem gesamtdeutschen Zuwachs von 41 Prozent – in Baden-Württemberg allein wurden mit etwas mehr als 7.900 Asylbewerbern 50,4 Prozent mehr als im Vorjahr angegeben – liegen die Zahlen für Asylanträge allerdings noch immer unter den Höchstwerten, die in den 90ern ermittelt wurden: Damals kamen über 100.000 Asylanten jährlich nach Deutschland.

Bild: Migranten von Bobsphotography.nl, CC BY – bearbeitet von borlife.

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