Streit um Rechte: GEMA verhandelt nicht mit YouTube

11. Januar 2013 - 13:02 - keine Kommentare

Nach drei Jahren zäher Gespräche will der Rechteverwerter GEMA nicht mehr direkt mit dem Video-Portal YouTube verhandeln: Eine Schiedstelle soll nun die vielfältigen Diskussionspunkte über das Zeigen von geschützten Musikstücken entscheiden, doch Mutterkonzern Google bezweifelt ihre Zuständigkeit.

Seit mehreren Jahren verhandeln YouTube, der größte Anbieter von Videos im Internet und Teil von Google, mit der deutschen Gesellschaft für musikalische Aufführungs- und mechanische Vervielfältigungsrechte (GEMA) über die öffentliche Online-Aufführung von Musikvideos: Während die Gema einen im internationalen Vergleich hohen Betrag für jedes in seiner Vollständigkeit gezeigtes Video verlangt, will YouTube eine erheblich niedrigere Geldmenge zur Verfügung stellen. Die Verhandlungen sind nun in eine Sackgasse geraten, aus der sich die GEMA über einen Schiedspruch manövrieren will.

GEMA-Streit: Verhandlungsabbruch mit YouTube

0,375 Cent soll YouTube an die GEMA zahlen, wenn ein Musikstück als Video in voller Länge von den Usern angesehen wird – das Videoportal sieht diesen Betrag als zu hoch an und will ihn zur Unbill der Gema drücken. Bis dahin werden viele der von YouTube-Nutzern hochgeladenen Videos nicht abgespielt und mit dem Hinweis versehen, dass sie den Musikrechten der Gema widersprechen. Gegen diese Warntafel will ihrerseits die Rechteverwertung vorgehen.
Zwischen diesen beiden Fronten befinden sich sowohl die Zuschauer auf YouTube, die in ihrer Allgemeinheit den GEMA-Bestimmungen ablehnend gegenüber stehen, und auch die Musikindustrie, die auf nicht unerhebliche Weise von der Werbung für ihre KünstlerInnen auf dem Videoportal profitiert.

Während sich keine Annäherung zwischen YouTube und GEMA abzeichnet, hat die Gesellschaft einen Schiedspruch angestrebt – das Portal hingegen erkennt die Zuständigkeit der Schiedstelle nicht an: Der Meinung der juristischen Abteilung von YouTube-Mutter Google zufolge sei die Stelle zwar mit Providern von Inhalten betraut, nicht jedoch mit Hostern. Als solcher sieht sich YouTube, da die Plattform nicht selbst die Musikstücke online stellt, sondern ihre Nutzer für die Inhalte sorgen.

Musikrechte: Hohe Lizenzgelder und beeinflussende Warntafeln

Eine Lösung des seit drei Jahren andauernden Streits scheint derzeit nicht möglich und die GEMA hat sich mittlerweile auf den erwähnten Warnhinweis eingeschossen: Dieser würde die öffentliche Meinung zuungunsten des Rechteverwerters beeinflussen, wie Harald Heker, Vorsitzender der Gema, verlauten ließ.

Experten vermuten, dass sich YouTube in eine schwierige Situation bringen könnte, sollte das Portal sich mit der Entscheidung der Schiedstelle nicht einverstanden zeigen. Auch eine gerichtliche Lösung wird mittlerweile nicht mehr ausgeschlossen.

Bild:YouTube von edwardyanquen, CC BY – bearbeitet von borlife.

 
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