Griechenland Krise: Haushaltsdefizit schrumpft um 30 Prozent

11. Januar 2013 - 12:17 - keine Kommentare

Das Finanzministerium in Athen hat erste, vorläufige Zahlen veröffentlicht, aus denen hervorgeht, dass das Haushaltsdefizit des nach wie vor schwer angeschlagenen Euro-Staates um erstaunliche 30 Prozent gesunken ist. Durch Einsparungen und Senkungen der Ausgaben steht Griechenland somit besser da als angenommen.

In der Griechenland-Krise war bis zum Ende 2012 eigentlich ein Schuldenabbau auf 16,3 Milliarden Euro vorgegeben – Athen meldet nun, das Haushaltsdefizit sogar auf 15,9 Milliarden habe drücken können. Der 30-prozentige Abbau der Schulden von 22,8 Milliarden Euro aus dem Vorjahr wird auf die konsequente Sparpolitik der griechischen Regierung zurückgeführt, die zudem auch die Ausgaben des Euro-Landes in der Krise massiv senken konnte. Im vergangenen November waren erneute Einsparungen in Athen verabschiedet worden, um dadurch weitere Zahlungen aus dem ESM-Rettungsschirm zu begünstigen.

Haushaltsdefizit in Griechenland: Verbesserung um 30 Prozent

Doch noch ist Griechenland nicht über den Berg: Im gleichen Zeitraum wurde auch ein Einbruch der Wirtschaft gemessen, der sich im neuen Jahr fortsetzen könnte. Derzeit wird mit 6,5 Prozent weniger Wirtschaftswachstum gerechnet, wodurch sich das südeuropäische Land zum fünften Mal in einem schweren Rezessionsjahr befände. Während die Zahlen zum Haushaltsdefizit erstaunlich positiv aussehen, herrschen im Euro-Land jedoch auch weiterhin katastrophale Zustände: Die Obdachlosenzahlen haben sich seit Beginn der Euro-Krise ebenfalls um 30 Prozent erhöht.

Christos Staikouras, stellvertretender Finanzminister Griechenlands, betonte in seinem Kommentar der aktuellen Zahlen aus Athen, dass sie auf Disziplin und Anpassungsfähigkeit zurückzuführen wären, und dass sie zeigten, wie sehr sich die Anstrengungen schon jetzt lohnen würden. Griechenland sei auf einem guten Weg, der jedoch „lang und schwierig“ werden wird. Er warnt daher vor übereilter Freude, durch die die Aufmerksamkeit nachlassen könnte.

Euro-Krise: Athen könnte auf dem richtigen Weg sein

Während die Krise sich graduell verbessert, hält die Diskussion um einen möglichen Austritt Griechenlands aus der Euro-Zone an: US-Volkswirt Nouriel Roubini war sich schon 2012 sicher, dass der Staat in Südeuropa den Euro abschaffen würde und hält auch entgegen den neuesten Ergebnissen an dieser Vorhersage fest. Jörg Asmussen (SPD) hingegen, ehemals Verwaltungsratsmitglied der Bundesministerien und seit 2012 im Direktorium der Europäischen Zentralbank (EZB), zeigt sich zuversichtlich über die Entwicklungen in Griechenland: Eine Lösung der Euro-Krise sei möglich geworden, gerade weil die negativen Prognosen bislang nicht eingetroffen wären.

Bild:Peer Steinbrück von lukaspaslawski , CC BY – bearbeitet von borlife.

 
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