Rundfunkgebühr: Unternehmen müssen hohe Mehrkosten tragen

7. Januar 2013 - 13:33 - keine Kommentare

Zum neuen Jahr haben ARD und ZDF den neuen Rundfunkbeitrag eingeführt und damit eine anhaltende Diskussion über die Finanzierung der öffentlich-rechtlichen Sender ausgelöst. Nun könnten Unternehmen besonders stark von der Rundfunkgebühr betroffen sein und um einiges mehr zahlen müssen als zuvor.

Der neue Rundfunkbeitrag, der seit Beginn 2013 von jedem Haushalt in gleicher Höhe zu entrichten ist, steht weiterhin in der öffentlichen Kritik – nun haben sich etliche Unternehmen im höchsten Maße unzufrieden über ihre gestiegenen Ausgaben gezeigt: Sie erwarten teilweise Mehrkosten, die 18 Mal höher als bisher liegen. Allein die Deutsche Bahn Tochter „DB Netz“ hat einen Unterschied von 446.000 Euro jährlich errechnet, da sie bis Ende 2012 lediglich 26.000 Euro für die GEZ zahlen musste und nun Kosten in Höhe von 472.000 Euro erwartet, wie das „Handelsblatt“ in Bezug auf die Deutsche Industrie- und Handelskammer (DIHK) meldet.

Unternehmen rechnen mit hohen Mehrkosten durch den Rundfunkbeitrag

Laut der Meldung sollen auch die Kosten der Filialen der „dm“ Drogeriemarkt-Kette von 94.000 Euro auf 266.000 Euro steigen. Im Ganzen sollen 1,6 Milliarden Euro mehr der Gebühreneinzugszentrale zulaufen, wenn jeder Haushalt die neue Rundfunkgebühr von 17,98 Euro monatlich zahlt – wobei Lutz Marmor, Vorsitzender der ARD, in einem Interview mit dem „Spiegel“ die Höhe der Mehreinnahmen für derzeit noch uneinschätzbar hält.

Im gleichen Gespräch stellte Marmor fest, dass erst 40 Prozent der Fernsehzuschauer die Neuerungen bei der GEZ befürworten und dass Fehler gemacht wurden: Die Abgabe für an Demenz erkrankte Bewohner von Pflegeeinrichtungen sei nicht richtig gewesen und nach Protesten zurückgenommen worden. In Bezug auf die Unternehmen sagte der ARD-Vorsitzende, dass besonders jene, mit vielen Filialen Grund zur Klage hätten, sich für andere jedoch nichts ändere. 90 Prozent der zahlenden Personen würden keine Veränderung spüren.

Diskussion um die neue Rundfunkgebühr

Der Staatskanzleichef von Sachsen Johannes Beermann (CDU) hält eine Einschränkung des Werbeanteils am Rundfunkprogramm für wahrscheinlich, sollten tatsächlich hohe Mehreinnahmen durch die Rundfunkgebühr eingehen, oder aber Senkungen in den Gebühren. Der „Focus“ berichtet derweil, dass bei den Gerichten Klagen gegen die Zahlungsaufforderungen erwartet würden, die im letzten Schritt auch vor das Verfassungsgericht in Karlsruhe gebracht werden könnten.

Bild: GEZ von justusbluemer, CC BY – bearbeitet von borlife.

 
VN:F [1.9.18_1163]
0.0 / 5.0 - 0 Bewertungen
 
 

Hinterlasse eine Meinung zu: Rundfunkgebühr: Unternehmen müssen hohe Mehrkosten tragen

* Pflichtfeld - E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht!